(BEW, 11.11.2025) PFAS – sogenannte „Ewigkeitschemikalien“ – sind heute in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu finden, etwa in Lebensmitteln, Verpackungen, Kleidung und zahlreichen Konsumprodukten. Ihre starke Verbreitung stellt eine Herausforderung dar, die weit über die Wasserversorgung hinausreicht und von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung ist.
Grundsätzlich gilt: PFAS sind langlebige, schwer abbaubare Industriechemikalien, die sich in der Umwelt und im Körper anreichern können und deshalb als gesundheitlich bedenklich gelten. Daher werden die Grenzwerte künftig deutlich gesenkt und die BEW trägt bereits aktiv zum Schutz des Trinkwassers bei.
Als Wasserversorger nehmen wir unsere Verantwortung sehr ernst und setzen uns mit Nachdruck dafür ein, die Qualität und Sicherheit unseres Trinkwassers zu gewährleisten. Nach den fortlaufenden Untersuchungen durch ein akkreditiertes Labor liegen alle gemessenen Werte im Trinkwasser weiterhin unter den derzeit gültigen gesetzlichen Grenzwerten. Das Bocholter Trinkwasser ist also uneingeschränkt trinkbar.
Mit der neuen Trinkwasserverordnung werden die Vorgaben in den kommenden Jahren weiter verschärft:
- Ab 2026 gilt ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter (100 Nanogramm pro Liter) für die Stoffgruppe PFAS ∑20, also die Summe aus 20 besonders relevanten PFAS-Verbindungen.
- Ab 2028 tritt zusätzlich ein noch strengerer Grenzwert für die Stoffgruppe PFAS ∑4 in Kraft, nämlich 0,02 Mikrogramm pro Liter (20 Nanogramm pro Liter).
Die BEW überwacht diese Stoffe bereits seit 2022 regelmäßig. Im Rohwasser werden (z. B. im Schüttensteiner Wald und Liedern Nord) PFAS-Gehalte festgestellt. Im aufbereiteten Trinkwasser liegen die Werte aktuell etwa auf Höhe des künftigen PFAS-∑4-Grenzwerts, also bei rund 20 Nanogramm pro Liter, und damit unterhalb der derzeit gültigen gesetzlichen Vorgaben.
Zur Einordnung: 20 Nanogramm pro Liter sind extrem geringe Mengen – das entspricht etwa einem Würfelzucker von rund 3 Gramm, der sich in rund 75 großen Schwimmbecken (je 50 × 20 × 2 Meter) auflösen würde – also in etwa 150 000 Kubikmetern Wasser.
Bereits heute steuert die BEW mithilfe eines umfassenden Brunnenmanagements die Förderanteile der Wassergewinnungsgebiete so, dass die PFAS-Gehalte im Trinkwasser möglichst gering bleiben. Parallel werden weitere Konzepte vorbereitet, um auf die künftigen Anforderungen zu reagieren – etwa durch neue Aufbereitungstechniken (z. B. Aktivkohle- oder Membranverfahren) oder die Erschließung unbelasteter Wasserquellen. Damit wird sichergestellt, dass auch in Zukunft die Grenzwerte eingehalten und die Trinkwasserqualität in Bocholt auf gewohnt hohem Niveau bleibt.
Fazit: Das Bocholter Trinkwasser erfüllt alle aktuellen gesetzlichen Anforderungen und kann weiterhin ohne Bedenken getrunken werden. Die laufende Überwachung, das bereits umgesetzte Brunnenmanagement sowie die geplanten zukünftigen Maßnahmen stellen sicher, dass dies auch künftig so bleibt. Da leider die Kosten für die Aufbereitung zunehmen, wird der Trinkwasserpreis voraussichtlich in Zukunft steigen.
Weitere Informationen zur Trinkwasserqualität finden Sie hier auf unserer Homepage.
